Geschichte Simplon



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Jubiläumslinie über den Simplon Erfahren Sie alles über die Geschichte der Simplonlinie

Die Geschichte der Simplonstrasse

Der Simplonpass (2005 m) verbindet den Kanton Wallis von Brig aus mit dem Val Divedro und Domodossola in Oberitalien. Der ganzjährig geöffnete Pass wird als einer der schönsten Alpenübergänge gerühmt.

Der Simplon wurde schon in der Steinzeit begangen. Doch war er bis ins 17. Jahrhundert hauptsächlich ein von Schmugglern und Söldnern benutzter Pass. Selbst den Baumeistern der römischen Zeit erschien die enge Gondoschlucht als unüberwindbar. Erst der Briger Handelsherr Kaspar Jodok von Stockalper begann, in der Mitte des 17. Jahrhunderts, den Simplonpass für Salztransporte auf Saumtieren vom Mittelmeer her zu nutzen, was ihm sagenhaften Reichtum einbrachte. Zeuge dieser Epoche ist der monumentale barocke Stockalperpalast in Brig.

Video 100 Jahre Simplonlinie

Die Kanonen von Napoleon

Die erste für Fahrzeuge geeignete Passstrasse geht auf Napoleon zurück, der mit Kanonen südwärts wollte. Gut hundert Jahre später, im Jahr 1906, wurde der Eisenbahntunnel durch den Simplon eröffnet. Mit 19km Länge galt er bis vor wenigen Jahren als der längste Tunnel der Welt. Heute besteht dank der Bahn auch die Möglichkeit des wintersicheren Autoverlads zwischen Brig und Iselle. Die Simplonpassstrasse ist im Prinzip ganzjährig befahrbar, doch trotz vieler Schutzgalerien kann die Passverbindung zeitweilig unterbrochen sein.

Fletschhorn von der Simplonpasshöhe (Museum für Kommunikation)
Fletschhorn von der Simplonpasshöhe (1923). Quelle: Museum für Kommunikation

Von Brig aus führt die Strasse über lang gezogene Kurven den Berg hinauf. Etwa auf halber Höhe überquert die Ganterbrücke das Gantertal. Die kühn geschwungene, moderne Brückenkonstruktion fügt sich in die Landschaft ein. Auf der Passhöhe auf 2005m befindet sich das Hospiz der Bernhardiner Chorherren, und ein acht Meter hoher Steinadler erinnert an den 2. Weltkrieg. Ein Blick zurück bietet prächtige Aussicht auf die Berner Alpenkette mit dem Bietschhorn und die Gletscherflanken der Viertausender Fletschhorn und Weissmies.

An der italienischen Piazza und an Goldminen vorbei

Auf der Südseite des Passes führt der Weg Richtung Italien vorbei an Simplon Dorf. Der Baustil mit den typischen Steinplattendächern erinnert an die italienische Nachbarschaft und der Dorfplatz ähnelt einer italienschen Piazza. Weiter führt der Weg durch Galerien und Tunnel durch die enge, von Granitwänden gesäumte Gondoschlucht. Im Dörfchen Gondo können Goldminen besichtigt werden und hier zweigt eines der abgelegensten Schweizer Täler gegen Westen ab, das Zwischbergental. In Gondo befindet sich auch der Grenzübergang nach Italien.

«Ponte alto» in der Gondoschlucht, (1930). Quelle: PTT Archiv

Kennzahlen der Simplonlinie

Die Entwicklung des Postautos über den Simplon und im übrigen Oberwallis entwickelt sich zuerst recht gemächlich:

1806

Nach der Fertigstellung der Simplonstrasse durch Napoleon fuhren die ersten Postkutschen über den Simplon.

Der Simplon wurde somit als erster Alpenpass für den Reisepostverkehr geöffnet.

1919

Die Postautos begannen, die Alpen zu erobern. Das erste Postauto fuhr am 21. Juni 1919 über den Simplonpass.

1919 - 1954

Im Sommer verkehrten Postautoverbindungen, erste Schweizer Alpenpost.

Im Winter wurden die Verbindung mit Postkutschen gewährleistet

1954

Im Jahr 1954 befuhr die letzte Postkutsche den Pass.

1954-1970

Im Sommer wie im Winter verkehrten nur noch Postautos.

Wenn der Pass geschlossen war, sicherte man die Verbindung von Iselle aus.

2000

Bis zur Einführung des PubliCars im Jahr 2000 übernachteten die Fahrer, welche den letzten Nachtkurs fuhren, in Gondo. Am nächsten Morgen stellten sie den Frühkurs Richtung Brig sicher.

Ab Sommer 2000 wurde der PubliCar zwischen Simplon-Dorf und Iselle eingeführt.  Dieses Rufbusangebot war eine Ergänzung zum regulären Angebot auf der PostAuto-Linie Brig–Simplon–Gondo–Iselle.

2007

Ab der Eröffnung der NEAT fuhren die Postautos auch im Winter bis nach Domodossola, einfach mit eingeschränktem Fahrplan.

2016

Seit dem Sommer 2016 schuf Postauto einen neuen Service für Fahrgäste mit Velos: Täglich fuhr je ein Postauto mit einem Anhänger für Velos Richtung Simplonpass. Dank diesem Anhänger konnten bis zu 20 Fahrräder transportiert werden.

2018

Die Velokapazität auf der beliebten Simplonlinie wurde Anfang Sommersaison noch einmal ausgebaut. Es verkehren neu am Morgen und am Nachmittag jeweils zwei Kurse mit Veloanhängern.

Auf der Simplonlinie werden jährlich rund 105'000 Fahrgäste transportiert.

Downloadbereich

PDF zum herunterladen (3)

  • Reisepost: Reisezeit und Fahrkosten

    Unterwegs mit Kutsche und Postauto

  • Lasst hören aus alten Simplon-Zeiten

    Interview mit dem letzten Postillon vom Simplon.

  • Fahrpreise Reisepost (nur auf Deutsch)